Von der Zeese
Das Wort stammt vom Schleppnetz, der „Zeese" — einem speziellen Sacknetz, mit dem in den flachen Boddengewässern gefischt wurde.
Heimathafen der Zeesboote am Saaler Bodden.
Seit über 200 Jahren Teil unserer Küste.
Rotbraune Segel vor weitem Himmel, knirschendes Holz, der Geruch nach Teer und Lebertran — Zeesboote waren die stillen Arbeitspferde der Boddenküste.
Das Wort stammt vom Schleppnetz, der „Zeese" — einem speziellen Sacknetz, mit dem in den flachen Boddengewässern gefischt wurde.
Die Boote wurden so gebaut, dass sie quer zur Windrichtung driften. Dabei zogen sie das Netz über den Grund der flachen Bodden.
Früher wurden die Segel mit einer Mischung aus Ocker, Holzteer und Lebertran imprägniert — „geloht" —, um sie im aggressiven Brackwasser haltbar zu machen. Jede Fischerfamilie hatte ihr eigenes Rezept. Heute werden in Erinnerung daran Kunststoffsegel in genau diesem Rotbraun gefahren.
Man könnte es denken, aber „FZ" steht nicht für Fischereizeese. Für die Bootsklasse wurde ein eigenes Registrierungskürzel beantragt — und es wurde zufällig „FZ". Ein glücklicher Treffer. Jedes Boot trägt seine eigene Nummer.
Der Hafen ist das Herzstück von Dierhagen-Dorf. Er war früher der Umschlagplatz für die Versorgung der Halbinsel und der Heimathafen der Fischer. Niedrige Häuser, Stellnetzfahnen, der salzige Atem des Saaler Boddens — hier spürt man das alte Fischerdorf.
Durch den Verein Kulturerbehafen Dierhagen e.V. wird der Hafen zum lebendigen Museum. Es geht nicht nur um das Parken von Booten, sondern um die Vermittlung von Wissen — durch Infotafeln, das geplante Zeesbootmuseum und die Erhaltung des historischen Hafenbildes.
Die Erhaltung eines solchen Hafens und der Schiffe liegt fast ausschließlich auf den Schultern privater Eigner und ehrenamtlicher Vereinsarbeit. Jedes Eichenholz, jeder Werftaufenthalt, jede Regatta — getragen von Liebhaberei.
Dreizehn Zeesboote haben ihren Heimathafen in Dierhagen — jedes ein Einzelstück, liebevoll instand gehalten, oft über Generationen hinweg.
Klicken Sie auf ein Boot, um im Zeesboot-Register auf braune-segel.de mehr über seine Geschichte zu erfahren.
Der Kulturerbehafen Dierhagen e.V. ist ein Zusammenschluss von Eignerinnen und Eignern mit Heimathafen Dierhagen sowie Interessierten. Die Boote sind in Privatbesitz — gemeinsam bewahren wir damit ein jahrhundertealtes Kulturgut der Boddenlandschaft.
Als private Eigner tragen wir die vollen Kosten für Werft, Eichenholz und Instandhaltung. Das ist Liebhaberei, aber ohne uns wären diese Schiffe längst aus dem Landschaftsbild verschwunden.
Unser Anliegen ist Wissensvermittlung: Menschen sollen nicht nur schöne alte Boote sehen, sondern verstehen, dass dies die Arbeitsschiffe waren, die ganze Familien ernährt haben.
Das waren die Traktoren der Meere — Boote, die ganze Familien ernährt haben.
Werden Sie Teil unseres Vereins — unterstützen Sie den Erhalt der Zeesboote aktiv und gestalten Sie unsere Projekte mit.
Ein Museum im Hafen, das die Geschichte der Boote, der Fischerei und der Menschen dahinter erzählt. Lebendiger Ort der Wissensvermittlung, direkt am Wasser.
Segelkurse für Schülerinnen und Schüler aus Dierhagen — damit die nächste Generation die rotbraunen Segel nicht nur sieht, sondern selbst setzt.
Start 13:00 Uhr auf dem Saaler Bodden. Hafentage 17. und 18. Juli. Viele Zeesboote aus den umliegenden Häfen reisen an — ein eindrucksvolles Bild rotbrauner Segel vor der Boddenküste.
Ihre Spende unterstützt das geplante Zeesbootmuseum, das Jugendsegeln und den Erhalt der Boote — damit die rotbraunen Segel auch morgen noch über den Bodden ziehen.